Schriftzug „FID GENDER" in schwarzer, geometrischer Serifenlos-Schrift auf weißem Grund. Der runde Gegenformbereich des Buchstabens „D" in „GENDER" ist mit einem türkisen Kreis ausgefüllt.

FID Gender – ein Fachinformationsdienst für die Gender Studies: Ein Interview mit Simon Schmiederer über das neue Angebot

Mit dem FID Gender wird gegenwärtig eine gemeinsame Infrastruktur für die Fachcommunity der Gender Studies aufgebaut. Der Fachinformationsdienst für die Gender Studies soll Forschende in allen Phasen des Forschungsprozesses unterstützen – von der Recherche über das Forschungsdatenmanagement bis hin zur Veröffentlichung im Open Access. Simon Schmiederer arbeitet bei der UB der Humboldt-Universität und ist beim FID Gender für die Literatur- und Informationsversorgung verantwortlich.


Alle Forschenden der Gender Studies sind aufgefordert sich an der Befragung zu lizenzierende Zeitschriften/Datenbanken durch den FID Gender zu beteiligen! Vielen Dank!


Der FID Gender ist der Fachinformationsdienst für die Gender Studies, was bietet er an konkreten Angeboten? Worauf können sich die Forschende freuen?

Der FID Gender bietet ein breites Angebot an forschungsnahen Services für die Gender Studies. Das umfasst vier Arbeitsfelder.

Im ersten Arbeitsfeld Community und Vernetzung werden über das entstehende Webportal zentrale Angebote gebündelt, aktuelle Informationen bereitgestellt und Austauschformate initiiert. Wir laden alle ein, sich aktiv einzubringen, Bedarfe zu formulieren und Kooperationsideen mit uns zu entwickeln.

Zweitens beschäftigen wir uns mit der Literatur- und Informationsversorgung. Da es in der Geschlechterforschung bisher keinen fachspezifischen Sucheinstieg für die Literaturrecherche gibt, werden wir solch einen bauen: Einen integrierten Such- und Nachweisraum für die Geschlechterforschung, der bislang verstreute Bestände, Kataloge und Datenquellen zusammenführt und durchsuchbar macht. Zudem schließen wir gezielt Versorgungslücken durch bedarfsorientierte Erwerbung und Lizenzierung internationaler Spezialliteratur. Wir freuen uns jederzeit über Hinweise zu relevanten Ressourcen oder Desideraten. Parallel arbeiten wir im Zusammenspiel mit der bibliothekarischen Fachcommunity an einer Verbesserung der inhaltlichen Erschließung und ihrer Instrumente (Fachklassifikationen, Schlagwörter u. a.), damit die Literatur der Geschlechterforschung sichtbarer und besser auffindbar wird.

Im dritten Arbeitsfeld Open Access unterstützt der FID Gender Autor*innen, Herausgeber*innen und Redaktionen bei Fragen zu Open-Access-Erst- und Zweitveröffentlichungen sowie bei Transformationsprozessen von Zeitschriften und Buchreihen. Wir entwickeln Informations- und Beratungsangebote, die auf die Geschlechterforschung zugeschnitten sind, und bieten über das Repositorium GenderOpen Zugang zu mehr als 3600 Open-Access-Texten. Kontaktieren Sie uns gerne, um Ihre Open-Access-Publikation, die Transformation von Zeitschriften oder Buchreihen oder ein entsprechendes Projekt mit uns zu besprechen.

Im vierten Arbeitsfeld Forschungsdaten bündelt der FID Gender Informationen zu Forschungsdateninfrastrukturen und entwickelt community-spezifische Informations-, Beratungs- und Trainingsangebote für qualitative und quantitative Forschungsdaten. Ziel ist es, das Organisieren, Archivieren, Teilen und Nachnutzen von Forschungsdaten in der Geschlechterforschung nachhaltig zu stärken. Auch hier freuen wir uns über eine Nachricht bei Informations- und Austauschbedarf oder Interesse an Workshops.

Forschende können sich also auf einen bunten Strauß an Services, Workshops und Beratungsmöglichkeiten freuen. Das Schöne ist, dass der FID Gender immer wieder die Möglichkeit hat, die Services an den Bedarfen der Community auszurichten, da die Rückkopplung und das Reagieren auf neue Bedarfe expliziter Auftrag der Fachinformationsdienste ist.

Am Anfang jeder Forschung steht eine Recherche, wie wird der FID Gender dabei unterstützen?

Wir werden im FID-Portal, wie oben schon umrissen, einen Sucheinstieg bereitstellen, der auf die Literatur der Gender Studies zugeschnitten ist und so eine spezifische und zielgerichtete Literaturrecherche ermöglicht. Dieser Sucheinstieg weist Bestände aus verschiedenen Datenquellen nach. Dazu gehören die Bestände der Einrichtungen des i.d.a.-Dachverbands, die im META-Katalog nachgewiesen sind, Bestände aus zahlreichen wissenschaftlichen Bibliotheken, Datenbanken sowie die Inhalte des FID Gender-Portals selbst. Wir werden in Zukunft noch weitere Datenquellen in die Suche integrieren, zum Beispiel Literatur der Gender Studies, die in anderen Ländern nachgewiesen ist.

Ferner werden wir die Recherche der Forschenden in den Gender Studies unterstützen, indem wir die Instrumente der Inhaltserschließung überarbeiten. Das ist ein Arbeitsgebiet, das für die Nutzenden erst einmal nicht sichtbar ist. Dennoch ist diese Überarbeitung wichtig, um Literatur besser auffindbar zu machen. In Bibliotheken und Informationseinrichtungen wird Literatur zum einen verschlagwortet und zum anderen klassifiziert, um die Literatur so besser finden zu können. In wissenschaftlichen Bibliotheken sind hierfür die Gemeinsame Normdatei zur Verschlagwortung und die Regensburger Verbundklassifikation zur Klassifizierung verbreitete Instrumente. Die Gender Studies sind in beiden Inhaltserschließungssystemen bisher nicht so berücksichtigt, wie es wünschenswert wäre, was schon seit längerem kritisch diskutiert wird. Daher haben wir im FID Gender ein Modul beantragt, um hier Verbesserungen anzustoßen und die Literatur der Gender Studies besser erschließen zu können und sie so sichtbarer und besser findbar zu machen.

Du bist verantwortlich für Literatur- und Informationsversorgung im FID Gender. Wie unterscheidet sich das Angebot vom FID von den regulären Bibliotheksangeboten?

Angebote, wie etwa die von Universitätsbibliotheken, haben einen lokalen Fokus auf die Angehörigen ihrer Einrichtung. Oftmals geht das Angebot eher in die Breite. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die das Programm „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ trägt, bezeichnet das als „Grundversorgung“. Dahingegen haben die Fachinformationsdienste den Auftrag, den „Spezialbedarf“ zu bedienen, der über die Grundversorgung des jeweiligen Wissensfelds hinausgeht und daher von lokalen wissenschaftlichen Bibliotheken und Informationseinrichtungen nicht abgedeckt werden kann. Auch haben Fachinformationsdienste eine bundesweite Ausrichtung. Das drückt sich etwa darin aus, dass auch wir im FID Gender bemüht sind, Lizenzen für Zeitschriften als Nationallizenzen zu verhandeln, sodass sie relativ barrierearm deutschlandweit zugänglich sind. Aber auch bei Angeboten zu Open Access und dem Forschungsdatenmanagement gilt, dass Fachinformationsdienste sie, im Unterschied zu lokalen Angeboten, bundesweit und auf ein Wissensfeld wie die Gender Studies zugeschnitten anbieten.

Eines der Kernziele des FID ist die Ausrichtung des Angebots am Bedarf der Fachcommunity. Über welche Kanäle können die Forschenden euch erreichen?

Ab Anfang 2027 sind wir über das Portal des FID Gender erreichbar, für das es eine Website im Aufbau gibt. Bis dahin gibt es die Möglichkeit uns über die allgemeine E-Mailadresse zu erreichen oder über die Seite des Margherita-von-Brentano-Zentrums gezielt die Ansprechpersonen der jeweiligen Arbeitsfelder zu kontaktieren. Wir werden auch aktiv auf die Fachcommunity zugehen, etwa indem wir auf unsere Angebote über die Newsletter der Fachgesellschaft oder der jeweiligen Sektionen aufmerksam machen und auf Tagungen präsent sind. Wer dauerhaft informiert bleiben möchte, kann gerne den Newsletter des FID Gender abonnieren.

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