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METIS – Informationsportal für mehr Chancengleichheit in der HU-Forschung

Die Website METIS (www.metis.hu-berlin.de) informiert tagesaktuell über bevorstehende Veranstaltungen, spannende Publikationen und wichtige Ressourcen im Themenfeld von Geschlechtergerechtigkeit, Familienfreundlichkeit, Antidiskriminierung und Geschlechterforschung. Sie zeigt, welche Maßnahmen HU-angebundene Forschungsverbünde ergreifen, um Chancengerechtigkeit für ihre Mitglieder zu erhöhen. Gleichzeitig bieten Sie einen Fundus an Ideen, wie die Chancengerechtigkeit insgesamt in der Wissenschaft zunehmend etabliert werden kann.

Die Website richtet sich in erster Linie an die Mitglieder der beteiligten Forschungsverbünde, aber auch an die interessierte (akademische) Öffentlichkeit: An Wissenschaftlerinnen, die eine akademische Karriere anstreben und verfolgen, an Eltern, die mehr Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie leben wollen, an Mittelverantwortliche und Vorgesetzte, die nach Inspiration für mögliche Maßnahmen suchen sowie an alle, die sich für Genderforschung und Antidiskriminierung interessieren. Das Projekt wird im Büro der zentralen Frauenbeauftragten der Humboldt-Universität vom Beratungsservice GeCo-GenderConsulting zentral koordiniert.

Die Idee – eine Website für Chancengerechtigkeit in der Forschung

Was wäre, wenn nicht jeder neu eingerichtete Forschungsverbund, wie beispielsweise Exzellenzcluster, Sonderforschungsbereiche und (Internationale) Graduiertenkollegs, von vorne beginnen müsste, wirkungsvolle und nachhaltige Gleichstellungsmaßnahmen für seinen Verbund zu konzipieren? Was wäre, wenn die Verbünde von Anfang an in ein Netz von Partner*innen integriert wären, die sich regelmäßig über diese Themen austauschen und sich gegenseitig mit ihren Ideen inspirieren? Was wäre, wenn diese Forschungsverbünde regelmäßig von Angeboten aus dem Gleichstellungsbereich erführen und sogar mit anderen Verbünden gemeinsame themenbezogene Vorlesungen oder Workshops veranstalteten? Dieses Gedankenspiel war die Ausgangsbasis für den Plan, eine Plattform zu schaffen, die diese Services und Vernetzungsmöglichkeiten bereitstellt. Im Juni 2018 tat sich schließlich ein Kern von sechs HU-Forschungsverbünden zusammen, um dieses gemeinsame Tool mit einer Webkonzepterin und einer Designagentur zu entwickeln.

Die Plattform – News, Resources und Best Practice auf einen Blick

Entstanden ist METIS, eine vielseitige Informationsplattform von HU-verbundenen Forschungsverbünden, die sich den Themen Geschlechtergerechtigkeit, Familienfreundlichkeit, Antidiskriminierung und Geschlechterforschung in der Wissenschaft verschrieben hat.

In der Rubrik News präsentiert die Website aktuelle, auf die Wissenschaft zugeschnittene Veranstaltungen und Workshops zum Themenbereich in Berlin und darüber hinaus. Services for Members informiert über Möglichkeiten, die DFG-Gleichstellungsmittel der Verbünde gemäß den Richtlinien einzusetzen und zeigt die vielfältige Gleichstellungsarbeit sowie Best Practice-Beispiele der beteiligten Partner*innen. Jeden Monat erscheint ein Newsletter, der die relevanten Veranstaltungen des kommenden Monats und Publikationen im Gleichstellungsbereich zusammenfasst.

Darüber hinaus möchte die Seite dazu anregen, sich intensiver mit dem Thema Chancengerechtigkeit in der Forschung auseinanderzusetzen. So geben etwa Mitglieder der akademischen Community unter der Fragestellung Why promote Equal Opportunities?“ persönliche Einblicke in ihr Erleben von (fehlender) Gleichstellung in der Wissenschaft und bieten unterschiedliche Denkanstöße und Argumente, warum die Karriereförderung von Wissenschaftlerinnen und die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie für sie weiterhin drängende Themen bleiben. Innerhalb der Resources finden sich schlussendlich Datenbanken, Statistiken und Tools, die für das Ziel von mehr Chancengerechtigkeit Zahlen, Argumente und Zusammenhänge liefern.

Die Plattform ist ausschließlich englischsprachig gehalten, was der Verkehrssprache des Englischen in den meisten Fachbereichen geschuldet ist. Benannt wurde sie nach der Göttin Metis, die für klugen Rat und Scharfsinn in der griechischen Mythologie steht.

Die Wirkung – Mehr Aufmerksamkeit und Raum für Gleichstellung

Seit METIS im März 2019 live gegangen ist, interessieren sich mehr und mehr Menschen für das Informationsangebot auf der Website, wie die stetig steigenden Anmeldezahlen für den Newsletter erkennen lassen. Kooperationspartner*innen melden Rückläufe von Interessent*innen, die über die Werbung auf METIS von ihrem Angebot erfahren haben. Von den Vorteilen der Website haben sich inzwischen auch weitere Forschungsverbünde mit Anbindung an die HU überzeugen lassen. Aus ursprünglich sechs Partner*innen sind bis zum Mai 2020 insgesamt 15 Verbünde in diesem verbundübergreifenden Gemeinschaftsprojekt geworden.

Auch inhaltlich hat sich das Projekt weiterentwickelt: Zu dem Website-Angebot kommen nun auch Veranstaltungen hinzu, die die Partner*innen gemeinsam organisieren, wie beispielsweise eine METIS Gender Lecture. Auch in Zukunft heißt das MEITS-Projekt neue Partner*innen an Bord und wird sich mit Ihnen dynamisch weiterentwickeln.

Kontakt:
GeCo-GenderConsulting
Email: metis-online@hu-berlin.de
Telefon: +49 30 2093-12836
Humboldt-Universität zu Berlin
Zentrale Frauenbeauftragte
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Anne Freese studierte Neuere und Neueste Geschichte, Gender Studies und Musikwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der University of the Western Cape, Kapstadt. Im Anschluss promovierte sie am Lehrstuhl für Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen der HU Berlin mit dem Thema „Gewalt – Deutung – Selbstoptimierung. Zur Geschichte der posttraumatischen Belastungsstörung seit dem Vietnam-Syndrom, 1958–2015“. Sie ist Projektkoordinatorin im Büro der zentralen Frauenbeauftragten der Humboldt-Universität zu Berlin für den Beratungsservice GeCo-GenderConsulting und das Verbundprojekt METIS sowie Mitarbeiterin im Publikationsprojekt „Stellenwert der Forensischen Psychologie im Rahmen der Sektion Kriminalistik an der HUB“, angesiedelt bei der Historischen Kommission „Instrumentalisierung der Psychologie in der DDR“ der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs). Kontaktdaten: anne.freese@hu-berlin.de, Website: www.anne-freese.de.